Covid - 19 erfordert Felxibilitat der Bundner Bergbahnen

Präsident Martin Hug rief die Unternehmen an der Generalversammlung von Bergbahnen Graubünden (BBGR) vom 26. November 2021 in Arosa auf, sich für verschiedene Covid-Szenarien zu wappnen. Graubünden habe mit der Strategie der kontrollierten Öffnung einen Erfolgsausweis, der hoffentlich auch diesen Winter zum Zuge komme.

Die Bündner Corona-Strategie für den Tourismus besteht aus Schutzkonzepten, der Testoffensive in Betrieben und Impfen. Die Bergbahnen waren bei den Betriebstestungen für den Kanton die Partner der ersten Stunde. Bergbahnen Graubünden (BBGR) hat nach dem letzten Winter die Bündner Strategie mit der Lockdown-Strategie im Tirol und Südtirol verglichen. Dabei wurde ersichtlich, dass die ausgewogene Bündner Strategie der kontrollierten Öffnung einen volkswirtschaftlichen Schaden von 1 Mrd. Franken zu verhindern vermochte. Auch aus gesundheitlicher Sicht war die Strategie zielorientiert: die Inzidenzen lagen 20 Prozent unter dem Tirol und es gab 38 Prozent weniger Schneesportunfälle. Martin Hug motivierte die versammelten Bergbahnunternehmen, agil zu bleiben und in Szenarien zu denken. BBGR bemühe sich, die Interessen der Branche proaktiv in der kantonalen Politik einzubringen und auch entsprechende Umsetzungsregeln vorzuschlagen. Berno Stoffel, Direktor von Seilbahnen Schweiz (SBS), bestätigte diese Position auch in den aktuellen Verhandlungen des nationalen Verbandes mit dem Bund.

Gleich lange Spiesse in der Raumplanung

Die laufende Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG2) thematisiert das Bauen ausserhalb der Bauzone und betrifft deshalb auch die Bündner Bergbahnunternehmen. Für diese sind dabei drei Elemente relevant: das Stabilisierungsziel will die Anzahl Gebäude und die Bodenversiegelung limitieren. Mit der Abbruchprämie soll der Abbruch ohne Ersatzneubauten belohnt werden. Der Planungs- und Kompensationsansatz möchte die innovative touristische Nutzung in einem Gebiet zulassen, wenn diese in einem andern Gebiet kompensiert wird. Gemäss Regierungsrat Marcus Caduff lehnt die Regierung nicht die Elemente, aber die zu komplizierten Bestimmungen des Stabilisierungszieles sowie des Planungs- und Kompensationsansatzes ab. Bei der Abbruchprämie müsse sich der Bund zudem stärker an der Finanzierung beteiligen. Insgesamt fordert Regierungsrat Marcus Caduff den Bund auf, bei der Revision des Raumplanungsgesetzes für gleich lange Spiesse zwischen Tourismus und Berglandwirtschaft sowie Industriezonen und der Landwirtschaft in der Fläche zu sorgen. Marcus Caduff: „In den normalen Industriezonen gibt es eine Baubewilligung, weil die Baute oder Anlage zonenkonform ist. Bei gleichen Voraussetzungen soll dies auch für touristische Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone möglich sein.“ Freizeit- oder Tourismuszonen und solche entlang nutzungsplanerisch festgelegten Wegen seien deshalb vom Stabilisierungsziel sowie vom Planungs- und Kompensationsansatz auszunehmen, erklärte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor.

Covid – 19 erfordert Felxibilität der Bündner Bergbahnen