Vom Seilbahnunternehmen hin zum Energielieferanten
Die Bergbahnen Rinerhorn AG verfügt auf dem Gemeindegebiet Davos seit 1991 über ein Beschneiungs- und Trinkwassersystem für die Beschneiung des dazugehörigen Skigebiets. Das dafür benötigte Wasser wird aus dem Rieberbach sowie Leidbach abgeleitet. Im Jahr 2021 wurde das Beschneiungssystem mit einem Speichersees erweitert. Bereits seit dem Jahr 2013 verfolgte die Bergbahnen das Ziel, die bestehende Beschneiungsinfrastruktur auch zur Stromgewinnung aus Wasserkraft zu nutzen. Die Einbindung des Speichersees ermöglicht eine flexible Stromerzeugung, die sich an den saisonalen und täglichen Bedarf anpasst.
Der Hauptzweck bleibt die Beschneiung zur Deckung des Schneebedarfs im Winter, weshalb die Stromproduktion während dieser Zeit eingestellt wird. Die produzierte Energie an den restlichen Tagen des Jahres wird nun in erster Linie von der Bergbahnen Rinerhorn AG für den Eigenverbrauch eingesetzt und der Überschuss wird ins Netz gespiesen, und das Unternehmen tritt somit als Energielieferant auf. Über das ganze Jahr sollen rund 1,2 Gigastunden produziert werden.
Änderungen in der Subventionspolitik des Bundes sowie die zwischenzeitliche Erweiterung der Anlage führten dazu, dass das Projekt – insbesondere der Bau des Speichersees – kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Das Kleinwasserkraftwerk mit einem Turbinengebäude bei der Talstation Rinerhorn wurde im Sommer 2025 errichtet. Es bildet das Herzstück des Wasserkraftwerks Rinerhorn. Das Turbinenhaus soll künftig als Besucher- und Informationszentrum dienen. Seit neustem kann ein Erlebnislehrpfad an acht Stationen die Entstehung und Nutzung der Wasserkraft am Rinerhorn besichtigt werden.
Mit diesem Projekt kann die Bergbahnen Rinerhorn AG künftig mehr als die Hälfte ihres jährlichen Stromverbrauchs selbst decken. Nach dem Probebetrieb im Winter, läuft nun seit diesem Frühjahr der Vollbetrieb des Kraftwerks, welches ein beispielhaftes Vorzeigeprojekt ist, bezüglich der optimalen Auslastung sowie der Wirtschaftlichkeit der Beschneiungsanlage, mit welcher sich gut Geld verdienen lässt, wenn man genug lang an das Projekt glaubt und die Komplexität der Vorschriften aussteht.
