Technische Seilbahnfachtagung Schweiz
23. bis 25. September 2026
in der Thun-Expo

Die Technische Seilbahn-Fachtagung ist das Hauptereignis der Vereinigung Technisches Kader Seilbahnen Schweiz VTK während des Jahres die paritätisch in Zusammenarbeit mit Seilbahnen Schweiz SBS organisiert wird. An dieser Veranstaltung treffen sich die Aufsichtsbehörde, die Technischen Leiter, die Lieferanten sowie die Freunde der VTK. Der Anlass fand vom 23. bis 25. September 2026 in der Thun Expo in Thun statt, an welchem über 490 Personen teilnahmen und stand unter dem Motto „Sicherheit ist kein Glückspiel“.

 

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An der bewährten Struktur der Tagung, Ausstellungsflächen von Lieferanten, Fachreferate, Generalversammlung der VTK sowie genüssliche, gastronomische Köstlichkeiten wurde festgehalten und fehlten auch diesmal nicht. Da aus Kapazitätsgründen in der Stadt Thun, die Teilnehmer in der Region untergebracht werden mussten, fanden am Freitag keine Referate mehr statt, jedoch standen diverse Besichtigungen wie der BLS-Werft Thunersee, der Garaventa in Uetendorf und Ausflüge auf das Stockhorn, Gurten, Niederhorn und Niesen auf dem Programm.

Der Tagungsmoderator, Andreas Sturzenegger, wiess auf das Tagungsmotto „Sicherheit ist kein Glücksspiel“ hin und begrüsste als erster Referent, Niklaus Imthurn, Sektionschef Seilbahntechnik vom Bundesamt für Verkehr, BAV. Der Sektionschef orientierte über die Sicherheitsüberwachung 2025, Risiko-, Sicherheitskultur, menschliches Versagen, Veränderungen in der Abteilung Infrastruktur und Sektion Bewilligungen I. Und zum Schluss rief er die Betreiber auf, sich bei der OITAF-Arbeitsgruppe Nr. 2 zu melden, welche sich für neue Mitglieder bewirbt.

Philipp Thürler, Bereichsleiter Bahnen und Schiffe bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST, informierte über seine Organisation, den Ablauf einer Meldung, die Eröffnung einer Untersuchung, vergangene Vorfälle / Unfälle, Erkenntnisse von der französischen Untersuchungsstelle BEA-TT und die Ursachen, welche zu Unfällen führen. 

Engagierter SBS

In seinem ausführlichen Referat orientierte der Direktor Berno Stoffel von Seilbahnen Schweiz SBS über die zahlreichen Entwicklungen und Projekte in welchen der SBS derzeit involviert ist. Zu Beginn erinnerte er daran, dass die Seilbahnen nach wie vor, das sicherste Transportmittel ist, im Vergleich zur Luftfahrt, Schiene und Strasse. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Gesamteinnahmen der Schweizer Seilbahnen, welche mit den Bereichen Verkehrserträgen Winter und Sommer, Erträgen aus Gastro / Hotellerie sowie mit weiteren Erträgen erstmals die Zielmarke von CHF 1,8 Milliarden erreicht hat. Unterstützung gewährte der SBS beim Arbeitszeitgesetz. Das Ausbildungszentrum in Meiringen wurde in seiner Organisationsstruktur verstärkt und soll in zwei Jahren eine neue Seilbahnhalle erhalten. Die verschiedenen Projekte bei der Technik-Abteilung schreiten gut voran. Dabei hat das Thema «Leitfaden Externe Technische Leiter» und das Projekt «Zukunft Technische Leiter:innen» einen hohen Stellenwert, damit man die Technische Leitung auch in Zukunft bei den Seilbahnunternehmen sicherstellen kann. Im nächsten Jahr 2027 wird wieder der Swiss Mountain Award verliehen. Dabei werden erstmals zwei Themen ausgezeichnet, die technische und touristische Innovation.

Nach dem Mittagessen erläuterte Norbert Schmid, Geschäftsleiter von Thun-Thunersee Tourismus, die Geschichte des 100jährigen Bestehen des Tourismusvereins. Reto Zihlmann, Leiter Kontrollstelle vom Interkantonalen Konkordat für Seilbahnen und Skilifte IKSS in Spiez informierte über die Aktualitäten und Anliegen des IKSS. Weiter orientierte er über vorgefallene Ereignisse und über die Anlagenstatistik. Dabei wiess er auf Mängel hin, die zu verhindern sind, was sich mit einer guten Kommunikation machen lässt.

Restrisiko Worst Case – wenn Prävention nicht ausreicht war das Thema der beiden Referenten Raphael Matter, Technischer Leiter der Niederhornbahn AG und von Florian Grimm, Serviceleiter Seilbahnen, Inauen-Schätti AG. Sie präsentierten den Lagerschaden an der Umlenkscheibe bei der Gruppenumlaufbahn am Niederhorn vom Herbst 2026, welchen die Inauen Schätti AG in Kürze behob.

Neuer Präsident

Präsident Andreas Zenger führte seine letzte Generalversammlung durch, weil er in diesem Frühjahr dem Vorstand seine Demission bekannt gab. Nach 18 Jahren im Vorstand und davon 11 Jahre als Präsident sei es an der Zeit einer anderen Person das Präsidium zu übergeben, meinte der scheidende Präsident. Die Vorstandsmitglieder Thomas Brunner, Lionel May und Luca Jardini wurden für weitere vier Jahre wieder gewählt. Zum neuen Präsidenten der Vereinigung wählte die Versammlung Vorstandsmitglied Andreas Sturzennegger, Technischer Leiter der Arosa Bergbahnen AG. Der neue Präsident bedankte sich für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird und dankte auch dem scheidenden Präsidenten Andreas Zenger für sein langjähriges Engagement. Desweitern beschloss die Versammlung, dass die Mitgliederbeiträge auf dem bisherigen Stand zu belassen seien.

Nach der Generalversammlung präsentierten Edouard Barret, Chief Commercial Officer MND, und Placi Wenzin, von MND Schweiz das kuppelbare Seilbahnsystem «ORIZON». Nach der Realisierung einer Testanlage in Frankreich steht das System nun vor der internationalen Markteinführung. Die ersten Projekte werden aktuell in Usbekistan und in den USA umgesetzt.

Als letzter Referent der Veranstaltung orientierte der Präsident der Kommission Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Raphael Gingins Sicherheitsingenieur der Firma MENOX GmbH, über die Branchenlösung Nr. 74 für die Schweizer Seilbahnen. Dabei unterstrich er die Vorteile für die Unternehmungen, wie die Erhöhung der Sicherheit, die rechtliche Konformität aber auch den Zugang zu Fachwissen und Ressourcen.

Nun bot sich die Gelegenheit des Austausches unter den Kollegen und Lieferanten, bevor man zum Nachtessen in der gleichen Halle von der Thun Expo überging. Insgesamt nahmen 58 Aussteller an der Veranstaltung teil, was die grosse Bedeutung der Fachtagung einmal mehr aufzeigte.

Am letzten Tag der Tagung hatten die Besucher Gelegenheit zwischen den beiden Besichtigungen. BLS-Werft Thunersee oder der Garaventa in Uetendorf und Ausflugsorte wie auf das Stockhorn, Gurten, Niederhorn und Niesen auszuwählen. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Bernhard Schmocker setzte eine tadellose Veranstaltung um, welche die Besucher sehr zu schätzen wussten. (db)